
Kontenrahmen KMU Schweiz: Aufbau, Kontenplan und Vorlage 2026
Der Schweizer Kontenrahmen KMU ordnet jedes Geschäftskonto einer von neun Kontenklassen zu und arbeitet mit vierstelligen Kontonummern. Die erste Ziffer nennt die Klasse, die zweite die Hauptgruppe, die dritte die Kontengruppe, die vierte das einzelne Konto. Konto 1020 ist damit ein Aktivkonto (1) aus dem Umlaufvermögen (10) in der Gruppe flüssige Mittel (102). Wer diese Logik einmal verstanden hat, findet auch ein unbekanntes Konto in Sekunden.
Dieser Beitrag zeigt den Aufbau Klasse für Klasse, erklärt den Unterschied zwischen Kontenrahmen und Kontenplan, stellt das Eigenkapital nach Rechtsform gegenüber und ordnet 22 typische Belege aus dem KMU-Alltag dem richtigen Konto zu. Grundlage sind die Vorgaben des Obligationenrechts und der als Standard geltende Kontenrahmen KMU, auf den auch das KMU-Portal des Bundes verweist.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Kontenrahmen KMU kennt neun Klassen: Die Klassen 1 bis 8 tragen Bilanz und Erfolgsrechnung, Klasse 9 ist der Abschluss. Übersichten, die nur acht Klassen zeigen, lassen den Abschluss weg.
- Kontenrahmen ist die Standardstruktur, Kontenplan ist die Auswahl daraus, die Ihr Betrieb tatsächlich führt. In der Praxis sind das 40 bis 80 Konten.
- Kein Gesetz schreibt einen bestimmten Kontenrahmen vor. Verbindlich sind die ordnungsmässige Buchführung (OR Art. 957a) und die Mindestgliederung von Bilanz und Erfolgsrechnung (OR Art. 959a).
- Die Klasse 2 unterscheidet sich nach Rechtsform: Eine Einzelfirma führt 2800 Kapital und 2850 Privat, eine AG oder GmbH dagegen 2800 Aktien- oder Stammkapital plus die Reservekonten 2900 und 2950.
- Massgebende Buchausgabe: 2. Auflage 2023, Verlag SKV Zürich, ISBN 978-3-286-51076-0, so zitiert vom KMU-Portal des Bundes.

Kontenrahmen oder Kontenplan: der Unterschied in einem Satz
Der Kontenrahmen ist das Regal, der Kontenplan sind die Fächer, die Sie tatsächlich benutzen. Der Kontenrahmen gibt die Nummerierung und die Reihenfolge für alle denkbaren Konten vor, branchenübergreifend und unabhängig von der Grösse des Betriebs. Der Kontenplan ist die daraus abgeleitete Liste eines einzelnen Unternehmens.
Das hat einen praktischen Grund: Vergleichbarkeit. Wenn zwei Handelsbetriebe ihre Warenkäufe beide auf 4200 buchen, lassen sich Bruttomargen, Betreibungsauskünfte und Bankunterlagen ohne Übersetzungsarbeit nebeneinanderlegen. Genau deshalb hält das KMU-Portal des Bundes fest, dass jedem Konto eine Nummer zugewiesen wird, die das Sortieren der Buchungen und den Vergleich zwischen Unternehmen erst möglich macht.
Für die tägliche Arbeit heisst das: Sie übernehmen die Nummern des Kontenrahmens unverändert und streichen alles, was Sie nie brauchen. Eigene Nummern zu erfinden, spart nie so viel Zeit, wie es später bei Revision, Bankgespräch oder Treuhandwechsel kostet.
Die neun Kontenklassen im Überblick
Die Klassen folgen dem Weg des Geldes durch das Unternehmen: zuerst was da ist und wem es gehört, dann was verdient und ausgegeben wird, zuletzt der Abschluss.
| Klasse | Inhalt | Gehört zu | Beispielkonten |
|---|---|---|---|
| 1 | Aktiven | Bilanz | 1000 Kasse, 1020 Bankguthaben, 1100 Forderungen |
| 2 | Passiven | Bilanz | 2000 Verbindlichkeiten, 2200 geschuldete MWST, 2800 Kapital |
| 3 | Betrieblicher Ertrag aus Lieferungen und Leistungen | Erfolgsrechnung | 3200 Handelserlöse, 3400 Dienstleistungserlöse |
| 4 | Aufwand für Material, Handelswaren und Dienstleistungen | Erfolgsrechnung | 4200 Handelswarenaufwand, 4400 bezogene Dienstleistungen |
| 5 | Personalaufwand | Erfolgsrechnung | 5000 Löhne, 5700 AHV, IV, EO, ALV |
| 6 | Übriger betrieblicher Aufwand, Abschreibungen, Finanzergebnis | Erfolgsrechnung | 6000 Fremdmieten, 6510 Telefon und Internet, 6900 Zinsaufwand |
| 7 | Betrieblicher Nebenerfolg | Erfolgsrechnung | 7000 Ertrag Nebenbetrieb, 7500 Ertrag betriebliche Liegenschaft |
| 8 | Betriebsfremder und ausserordentlicher Erfolg, Steuern | Erfolgsrechnung | 8500 ausserordentlicher Aufwand, 8900 direkte Steuern |
| 9 | Abschluss | Abschlussbuchungen | 9200 Jahresgewinn oder Jahresverlust |
Die Klassen 1 und 2 heissen Bestandeskonten: Sie zeigen einen Stand zu einem Stichtag. Die Klassen 3 bis 8 sind Erfolgskonten: Sie sammeln, was während des Geschäftsjahres passiert ist, und beginnen im neuen Jahr wieder bei null.
Klassen 1 und 2: die Bilanzkonten
In der Klasse 1 stehen die Aktiven, sortiert nach Liquidität. Zuerst kommt, was sich am schnellsten in Geld verwandeln lässt.
| Konto | Bezeichnung | Wofür es im Alltag steht |
|---|---|---|
| 1000 | Kasse | Bargeld im Betrieb, inklusive Portokasse |
| 1020 | Bankguthaben | Geschäftskonto; je Bankkonto ein eigenes Konto ist üblich |
| 1100 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Gestellte, noch nicht bezahlte Kundenrechnungen (Debitoren) |
| 1109 | Delkredere | Wertberichtigung auf zweifelhafte Kundenforderungen |
| 1170 | Vorsteuer MWST Material, Waren, Dienstleistungen | MWST auf Wareneinkäufen, rückforderbar |
| 1171 | Vorsteuer MWST Investitionen, übriger Betriebsaufwand | MWST auf Anschaffungen und Betriebskosten |
| 1200 | Vorräte Handelswaren | Lagerbestand zum Bilanzstichtag |
| 1300 | Bezahlter Aufwand des Folgejahres | Aktive Rechnungsabgrenzung, etwa im Voraus bezahlte Versicherung |
| 1510 | Mobiliar und Einrichtungen | Aktiviertes Inventar über der Aktivierungsgrenze |
| 1520 | Büromaschinen, Informatik | Server, Notebooks, Telefonanlage |
| 1530 | Fahrzeuge | Geschäftsfahrzeuge im Eigentum |
Die Klasse 2 zeigt die Herkunft des Geldes: zuerst kurzfristiges Fremdkapital (Gruppe 20), dann langfristiges (Gruppe 24), zuletzt Eigenkapital (Gruppe 28).
| Konto | Bezeichnung | Wofür es im Alltag steht |
|---|---|---|
| 2000 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Erhaltene, noch nicht bezahlte Lieferantenrechnungen (Kreditoren) |
| 2100 | Kurzfristige Bankverbindlichkeiten | Kontokorrentkredit, überzogenes Konto |
| 2200 | Geschuldete MWST (Umsatzsteuer) | MWST auf den eigenen Rechnungen, geschuldet gegenüber der ESTV |
| 2270 | Sozialversicherungen und Vorsorgeeinrichtungen | Abgezogene und geschuldete Beiträge an AHV, ALV, Pensionskasse |
| 2300 | Noch nicht bezahlter Aufwand | Passive Rechnungsabgrenzung, etwa Ferienguthaben oder offene Honorare |
| 2400 | Langfristige Bankverbindlichkeiten | Darlehen und Hypotheken mit Laufzeit über einem Jahr |
| 2600 | Langfristige Rückstellungen | Absehbare Verpflichtungen mit unsicherem Betrag oder Zeitpunkt |
| 2800 | Aktien- oder Stammkapital | Einbezahltes Grundkapital der Gesellschaft |
| 2979 | Jahresgewinn oder Jahresverlust | Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres im Eigenkapital |
Auf einen Blick
Das Delkredere auf Konto 1109 ist der Punkt, an dem in KMU-Abschlüssen am häufigsten gerätselt wird: Wie hoch darf die Wertberichtigung sein, und was akzeptiert die Steuerverwaltung?
Klassen 3 bis 8: die Erfolgskonten
Die Erfolgsrechnung folgt derselben Logik wie die Bilanz: Sie beginnt beim Kerngeschäft und arbeitet sich zu den Randthemen vor. Klasse 3 ist der Umsatz aus dem, wofür der Betrieb existiert. Die Klassen 4 bis 6 sind der Aufwand, der dafür nötig war. Die Klassen 7 und 8 sammeln alles, was nicht zum Kerngeschäft gehört.
| Konto | Bezeichnung | Typischer Anwendungsfall |
|---|---|---|
| 3200 | Handelserlöse | Verkauf zugekaufter Ware |
| 3400 | Dienstleistungserlöse | Beratung, Montage, Stundenhonorare |
| 3800 | Erlösminderungen | Skonti und Rabatte an Kunden |
| 3805 | Verluste Forderungen, Veränderung Delkredere | Definitiver Debitorenverlust nach erfolgloser Betreibung |
| 4200 | Handelswarenaufwand | Einkauf der Ware, die weiterverkauft wird |
| 4400 | Aufwand für bezogene Dienstleistungen | Subunternehmer, ausgelagerte Produktionsschritte |
| 5000 | Löhne | Bruttolöhne der Mitarbeitenden |
| 5700 | AHV, IV, EO, ALV | Arbeitgeberanteil der Sozialversicherungen |
| 5810 | Weiterbildung | Kurse und Zertifikate für Mitarbeitende |
| 6000 | Fremdmieten Geschäftslokalitäten | Miete für Büro, Werkstatt, Lager |
| 6100 | URE Maschinen und Apparate | Unterhalt, Reparaturen und Ersatz an Produktionsmitteln |
| 6300 | Sach-, Haftpflicht- und Betriebsversicherungen | Betriebshaftpflicht, Sachversicherung, Gebühren |
| 6510 | Telefon und Internet | Kommunikationskosten |
| 6570 | Informatikaufwand | Softwaremieten, Lizenzen, Wartung, Cloudabos |
| 6600 | Werbeinserate, elektronische Medien | Anzeigen, Suchmaschinenwerbung, Social Media |
| 6820 | Abschreibungen Maschinen und Apparate | Planmässige Abschreibung aktivierter Anlagen |
| 6900 | Zinsaufwand | Kreditzinsen |
| 6940 | Bankspesen und Depotgebühren | Kontoführung, Zahlungsverkehr |
| 8900 | Direkte Steuern | Gewinn- und Kapitalsteuern der Gesellschaft |
Klasse 9: warum viele Übersichten nur acht Klassen zeigen
Wer mehrere Erklärungen zum Kontenrahmen nebeneinanderlegt, findet einen Widerspruch: Manche Quellen sprechen von acht Klassen, andere von neun. Beide beschreiben dasselbe Werk, sie ziehen die Grenze nur an einer anderen Stelle.
Die Klassen 1 bis 8 enthalten alles, was während des Jahres bebucht wird. Die Klasse 9 trägt den Abschluss, im Kern das Konto 9200 Jahresgewinn oder Jahresverlust. Weil Buchhaltungsprogramme den Abschluss automatisch erzeugen, taucht diese Klasse im Kontenplan vieler Betriebe gar nicht mehr auf. Wer den Kontenrahmen als Werk beschreibt, zählt neun Klassen. Wer beschreibt, was ein KMU im Alltag anfasst, kommt auf acht.
Praktisch relevant wird der Unterschied nur an einer Stelle: Das Jahresergebnis erscheint zweimal, einmal als Abschlusskonto 9200 und einmal als Eigenkapitalposition 2979. Das ist kein Fehler, sondern der Übergang von der Erfolgsrechnung in die Bilanz.
Eigenkapital nach Rechtsform: der Teil, den Vorlagen meist falsch abbilden
Bis zur Gruppe 27 ist der Kontenplan für alle Rechtsformen gleich. Beim Eigenkapital in der Gruppe 28 trennen sich die Wege, und genau hier passen heruntergeladene Vorlagen oft nicht zum Betrieb.
| Rechtsform | Typische Konten | Besonderheit |
|---|---|---|
| Einzelfirma | 2800 Kapital Einzelfirma, 2850 Privat | Privatbezüge laufen über 2850 und mindern das Kapital, sie sind kein Aufwand |
| Kollektiv- und Kommanditgesellschaft | 2800 Kapital Gesellschafter A, 2820 Privat Gesellschafter A, 2850 Kapital Kommanditär A | Je Gesellschafter ein eigenes Kapital- und Privatkonto |
| GmbH und AG | 2800 Aktien- oder Stammkapital, 2900 gesetzliche Kapitalreserve, 2950 gesetzliche Gewinnreserve, 2970 Gewinnvortrag, 2979 Jahresergebnis | Kein Privatkonto; Bezüge sind Lohn, Dividende (2261) oder Darlehen |
| Verein | 2800 Vereinskapital, 2960 freiwillige Gewinnreserven, 2970 Vortrag | Kein Grundkapital im gesellschaftsrechtlichen Sinn |
Der häufigste Fehler in dieser Gruppe kostet bares Geld: Wenn eine GmbH weiterhin ein Privatkonto führt, weil die Vorlage aus der Einzelfirmenzeit stammt, entsteht steuerlich schnell ein Aktionärsdarlehen oder eine verdeckte Gewinnausschüttung. Bei der Umwandlung einer Einzelfirma in eine GmbH gehört die Gruppe 28 deshalb zwingend neu aufgesetzt.
Welches Konto für welchen Beleg: 22 typische Buchungen
Die meisten Kontierungsfragen im KMU-Alltag drehen sich um dieselben zwei Dutzend Belege. Die Tabelle ordnet sie zu; Soll steht links, Haben rechts, die MWST-Konten sind in der Bemerkung genannt.
| Beleg oder Vorgang | Soll | Haben | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Kundenrechnung gestellt (Handel) | 1100 | 3200 | MWST auf 2200 |
| Kundenrechnung gestellt (Dienstleistung) | 1100 | 3400 | MWST auf 2200 |
| Kunde bezahlt per Bank | 1020 | 1100 | Zahlungseingang, kein Ertrag mehr |
| Skonto vom Kunden abgezogen | 3800 | 1100 | Erlösminderung, nicht Aufwand |
| Debitorenverlust nach Betreibung | 3805 | 1100 | MWST-Korrektur nicht vergessen |
| Lieferantenrechnung Handelsware | 4200 | 2000 | Vorsteuer auf 1170 |
| Lieferant bezahlt | 2000 | 1020 | reine Zahlung |
| Subunternehmer beauftragt | 4400 | 2000 | Vorsteuer auf 1170 |
| Miete Geschäftsraum | 6000 | 1020 | Vorsteuer nur bei optierter Miete |
| Lohnzahlung | 5000 | 1020 und 2270 | Arbeitnehmerabzüge auf 2270 |
| AHV-Abrechnung bezahlt | 2270 | 1020 | Arbeitgeberanteil vorher auf 5700 |
| Weiterbildung Mitarbeitende | 5810 | 1020 | Vorsteuer auf 1171 |
| Spesen nach Beleg erstattet | 5820 | 1020 | Pauschalspesen auf 5830 |
| Telefon- und Internetrechnung | 6510 | 1020 | Vorsteuer auf 1171 |
| Softwareabo, Cloudlizenz | 6570 | 1020 | Miete, keine Aktivierung |
| Notebook gekauft, über Aktivierungsgrenze | 1520 | 1020 | darunter direkt auf 6570 |
| Reparatur einer Maschine | 6100 | 2000 | werterhaltend, deshalb Aufwand |
| Fahrzeugleasing | 6260 | 1020 | Leasing bleibt Aufwand |
| Suchmaschinenwerbung | 6600 | 1020 | Bezugsteuer bei Anbietern im Ausland prüfen |
| Bankspesen | 6940 | 1020 | keine Vorsteuer |
| MWST-Abrechnung bezahlt | 2200 | 1020 | Saldo aus 2200 abzüglich 1170 und 1171 |
| Privatbezug Einzelfirma | 2850 | 1020 | kein Aufwand, Kapitalminderung |
Auf einen Blick
Wie diese Buchungen im Jahresverlauf zusammenspielen, von der ersten Rechnung bis zum Abschluss, zeigt der Überblicksbeitrag zur Finanzbuchhaltung.
Fünf Fehler, die wir in KMU-Kontenplänen immer wieder sehen
Aus über 150 betreuten Mandaten wiederholen sich fünf Muster, unabhängig von Branche und Grösse.
1. Vorsteuer auf einem einzigen Konto
Der Kontenrahmen trennt bewusst: 1170 für Material, Waren, Dienstleistungen und Energie, 1171 für Investitionen und übrigen Betriebsaufwand. Wer alles auf ein Konto bucht, verliert die Kontrolle über die Vorsteuerabzüge und braucht bei einer MWST-Kontrolle deutlich länger, um Belege zuzuordnen.
2. Der Sammelposten sonstiger Aufwand
Konto 6790 wächst in vielen Betrieben zum grössten Aufwandsposten heran. Dann ist zwar die Buchhaltung formal richtig, die Erfolgsrechnung sagt aber nichts mehr aus. Faustregel: Wenn ein Sammelkonto mehr als fünf Prozent des Aufwands trägt, gehört es aufgeteilt.
3. Anschaffungen falsch behandelt
Der Laptop für 1’400 Franken landet auf 6570, das Regalsystem für 12’000 Franken direkt im Aufwand statt auf 1510. Dadurch verschiebt sich Gewinn zwischen den Jahren. Eine schriftlich festgehaltene Aktivierungsgrenze löst die Frage ein für alle Mal.
4. Privatbezüge als Aufwand
Bei Einzelfirmen gehören Privatbezüge auf 2850 und nicht in die Klasse 6. Bei GmbH und AG existiert das Privatkonto gar nicht: Dort ist jeder Bezug entweder Lohn, Dividende oder ein Darlehen mit Zins.
5. Der jährliche Umbau
Ein Kontenplan, der jedes Jahr umgestellt wird, macht Vorjahresvergleiche wertlos. OR Art. 958c verlangt Stetigkeit in Darstellung und Bewertung. Änderungen sind erlaubt, gehören aber an den Jahreswechsel und in den Anhang.
In fünf Schritten zum eigenen Kontenplan
- Rechtsform klären. Die Gruppe 28 richtet sich danach, alles davor ist identisch.
- Erlöse festlegen. Ein Konto je Geschäftsbereich, den Sie wirklich getrennt auswerten wollen. Drei bis fünf reichen den meisten KMU.
- Aufwandkonten aus der Buchhaltung des Vorjahres ableiten. Nehmen Sie die zwanzig häufigsten Belegarten und ordnen Sie sie zu. Was nie vorkommt, wird nicht angelegt.
- MWST-Konten sauber aufsetzen, sofern Sie steuerpflichtig sind: 2200 für die geschuldete Steuer, 1170 und 1171 für die Vorsteuer.
- Aktivierungsgrenze und Kontierungsregeln notieren. Eine Seite genügt. Sie ist das, was den Plan über Jahre stabil hält, gerade bei wechselnden Mitarbeitenden.
Ein so aufgebauter Plan hat bei einem kleinen Handels- oder Dienstleistungsbetrieb 40 bis 80 aktive Konten. Alles darüber ist meist historisch gewachsen und kostet bei jedem Abschluss Zeit.
Kontenplan durchsuchen und herunterladen
Die folgende Suche deckt 207 Konten ab. Sie finden ein Konto über ein Stichwort wie Miete oder Leasing, über die Kontonummer oder über die Kontenklasse. Der Schalter für die Rechtsform blendet in der Gruppe 28 jene Eigenkapitalkonten ein, die für Ihre Gesellschaftsform gelten. Wer lieber offline arbeitet, lädt die Liste als Excel oder PDF herunter.
Unsicher, ob Ihr Kontenplan noch passt?
Wir prüfen bestehende Kontenpläne, bereinigen doppelt geführte Konten und richten die Gruppe 28 auf Ihre Rechtsform aus. Auf Wunsch übernehmen wir die laufende Buchhaltung gleich mit.
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Häufige Fragen zum Kontenrahmen KMU
Was bedeutet URE in der Buchhaltung?
URE steht für Unterhalt, Reparaturen und Ersatz. Die Kontengruppe 61 bildet diesen Aufwand nach Anlageart ab: 6100 Maschinen und Apparate, 6101 Mobiliar und Einrichtungen, 6102 Werkzeuge und Geräte, 6132 Informatik und Kommunikationstechnologie. Gebucht wird hier der werterhaltende Aufwand; wertvermehrende Ausgaben gehören in die Anlagekonten der Klasse 1.
Ist der Kontenrahmen KMU obligatorisch?
Nein. Das Obligationenrecht schreibt keine bestimmte Kontenstruktur vor, sondern eine ordnungsmässige Buchführung (OR Art. 957a) und eine Mindestgliederung von Bilanz und Erfolgsrechnung (OR Art. 959a). Der Kontenrahmen KMU ist ein freiwilliger Standard, der diese Vorgaben erfüllt. Das KMU-Portal des Bundes bezeichnet ihn als Standardwerk für die Schweiz.
Wie viele Konten braucht ein kleines KMU?
In der Praxis kommen Einzelfirmen und kleine GmbH mit 40 bis 80 aktiven Konten aus. Der vollständige Kontenrahmen umfasst ein Vielfaches, doch die meisten Konten betreffen Branchen oder Sachverhalte, die im Betrieb nie vorkommen. Ein schlanker Kontenplan erleichtert Auswertung und Abschluss.
Wo finde ich die offizielle Ausgabe?
Das KMU-Portal des Bundes nennt die Buchausgabe: Schweizer Kontenrahmen KMU, Markus Helbling, Verlag SKV Zürich, 2. Auflage 2023, ISBN 978-3-286-51076-0. Diese Ausgabe ist massgebend, wenn Sie Kontonummern und Bezeichnungen verbindlich prüfen wollen.
Darf ich eigene Konten ergänzen?
Ja, solange die Logik der Klasse erhalten bleibt: ein zusätzliches Erlöskonto in die Klasse 3, zusätzlicher Personalaufwand in die Klasse 5. Wichtig ist die Stetigkeit nach OR Art. 958c. Wer die Struktur jedes Jahr umbaut, verliert die Vergleichbarkeit zwischen den Geschäftsjahren.
Muss ich den Kontenplan ändern, wenn ein Treuhandbüro übernimmt?
In der Regel nicht. Ein bestehender Plan wird übernommen und nur dort bereinigt, wo Konten doppelt geführt oder falsch eingeordnet sind. Ein vollständiger Umbau lohnt sich fast nur zum Jahreswechsel, weil sonst die Vorjahresvergleiche unterbrochen werden.
Quellen
- KMU-Portal des Bundes (SECO), Wie man seine Buchhaltung organisiert, inklusive Literaturhinweis zur 2. Auflage 2023 (ISBN 978-3-286-51076-0), abgerufen am 26.08.2026, kmu.admin.ch / Buchhaltung organisieren
- Schweizerische Eidgenossenschaft, Fedlex, Obligationenrecht Art. 957 (Pflicht zur Buchführung), abgerufen am 26.08.2026, fedlex.admin.ch / OR Art. 957
- Schweizerische Eidgenossenschaft, Fedlex, Obligationenrecht Art. 957a (Ordnungsmässige Buchführung), abgerufen am 26.08.2026, fedlex.admin.ch / OR Art. 957a
- Schweizerische Eidgenossenschaft, Fedlex, Obligationenrecht Art. 958c (Grundsätze der Rechnungslegung, Stetigkeit), abgerufen am 26.08.2026, fedlex.admin.ch / OR Art. 958c
- Schweizerische Eidgenossenschaft, Fedlex, Obligationenrecht Art. 959a (Mindestgliederung der Bilanz), abgerufen am 26.08.2026, fedlex.admin.ch / OR Art. 959a
- veb.ch / Swiss Accounting, Der Schweizer Kontenrahmen KMU setzt Standards, abgerufen am 26.08.2026, swissaccounting.org / Kontenrahmen
- Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV), MWST abrechnen, abgerufen am 26.08.2026, estv.admin.ch / MWST abrechnen